Nähe und Distanz – Wissenschaft in der Demokratie

Demokratien stehen unter Druck, und die Fragen, über die Gesellschaften entscheiden müssen, werden immer komplexer. Welche Rolle sollte die Wissenschaft dabei spielen? Der Beitrag plädiert für ein spannungsreiches, aber produktives Verhältnis: Wissenschaft soll Politik informieren, nicht ersetzen – nah genug an der Gesellschaft, um relevant zu sein, und weit genug von politischen Interessen entfernt, um unabhängig zu bleiben.
© Hereon/Bianca Seth, AI generated

Europas neue Sicherheitsarchitektur – Die Sorge vor dem transatlantischen Rückzug

Europas sicherheitspolitische Debatte hat sich im Herbst 2026 grundlegend verändert. Es geht nicht mehr allein um die Frage, wie viel die europäischen NATO-Staaten für Verteidigung ausgeben müssen oder wie lange sie die Ukraine militärisch unterstützen können. Im Zentrum steht inzwischen eine unbequemere Frage: Was muss Europa selbst leisten können, wenn die Vereinigten Staaten ihre militärische Rolle auf dem Kontinent dauerhaft reduzieren?
Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Brasilien nach dem ersten Wahlgang: Bolsonaro liegt vor Lula – und Europa muss sich auf zwei sehr unterschiedliche Wege einstellen

Brasilien steht nach dem ersten Wahlgang seiner Präsidentschaftswahl vor einer Richtungsentscheidung mit erheblichen Folgen weit über Südamerika hinaus. Flávio Bolsonaro von der rechtsgerichteten Partido Liberal (PL) ist am Sonntag überraschend als stärkster Kandidat aus dem ersten Wahlgang hervorgegangen. Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei PT folgt knapp dahinter. Die Entscheidung über die politische Führung der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas fällt damit erst am 25. Oktober.

US-Midterms 2026: Der Kampf um den Kongress ist völlig offen

Gut einen Monat vor den amerikanischen Zwischenwahlen hat sich die politische Ausgangslage in den Vereinigten Staaten erheblich verschoben. Was zu Beginn des Wahljahres vor allem als schwierige Verteidigungsaufgabe für die Demokraten im Senat galt, ist Anfang Oktober zu einem offenen Kampf um beide Kammern des Kongresses geworden.

25 Jahre nach Durban: Die Vereinten Nationen verlangen Taten gegen Rassismus

Bei einem hochrangigen Treffen der UN-Generalversammlung haben Vertreter der Vereinten Nationen am Montag eine ernüchternde Bilanz gezogen: Ein Vierteljahrhundert nach der Erklärung von Durban bleibt Rassismus eine politische und gesellschaftliche Realität. Die Debatte reicht inzwischen von historischer Verantwortung bis zu Diskriminierung durch künstliche Intelligenz. Foto: UN Photo/Manuel Elías

Brasilien vor der Entscheidung: Lula gegen Bolsonaro 

Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in Brasilien verschärft sich das Rennen zwischen Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und seinem Herausforderer Flávio Bolsonaro. Lula wirbt für eine neue Strategie gegen die organisierte Kriminalität und verteidigt sein Verbot von Onlinewetten, während Bolsonaro ihn am Donnerstag zu einem ersten direkten Fernsehduell herausfordert. Wenn am 4. Oktober rund 160 Millionen Wähler an die Urnen gehen, steht die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas vor einer tief polarisierten Entscheidung.
Foto links: Ricardo Stuckert. Foto rechts: Carlos Moura/Agência Senado

„State of the Union“-Rede von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: viel Rhetorik, wenig Narrativ – viele Ziele, wenig Strategie     

Ursula von der Leyens „State of the Union“-Rede 2026 brachte viele neue Initiativen, aber keinen Kurswechsel. Die EU formuliert zu viele Ziele und hat zu wenig Strategie. Der Krieg in der Ukraine, der neue China-Schock und die Künstliche Intelligenz zeigen, dass Europa endlich strategiefähig werden muss. © European Union, 2026, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Europa oder China? Washingtons schwierige Abschreckung an zwei Fronten

Die USA überprüfen ihre Truppenpräsenz in Europa, während Russland mit neuen Drohnen die ukrainische Luftverteidigung unter Druck setzt. Gleichzeitig wartet Taiwan auf amerikanische Waffen. Im US-Senat wächst damit eine strategische Frage: Kann Washington Russland und China gleichzeitig abschrecken – oder muss es zwischen Europa und dem Indopazifik priorisieren? Xi Jinping and Putin © Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons